Fools Fazit: Tainted Grail: The Fall of Avalon – Review auf Deutsch

by | Jul 4, 2025

Ich habe in meinem YouTube Let’s Play zu Tainted Grail: The Fall of Avalon aktuell (am 30.06.2025) mittlerweile ca. 28 Stunden Spielzeit auf der Uhr und dachte mir, es wäre mal Zeit für ein kleines Review. Diese Reviews nenne ich Fools Fazit, weil ich mir das selbst ausgedacht habe und ganz stolz darauf bin 😀

In diesem Beitrag werde ich nicht minutiös auf alles eingehen, was “man so testen muss” für ein Review, schließlich bin ich einfach nur ein Amateur… um nicht zu sagen ein fetter, alter Pimmel der in seinem Keller sitzt und zu viel zockt.

Du bekommst hier keine Punktebewertung, keine besondere journalistische Qualität und auch keinen High-End-Performance-Check. Einfach nur meine Eindrücke in meinen Worten, ohne KI. 

Quasi die Meinung von nebenan. Ich halte mich wahrscheinlich nicht an allgemein akzeptierte Definitionen und schreibe dieses Skript aus dem Bauch heraus.

Deshalb hier auch nur kurz die Quickfacts: Das Spiel kommt vom Entwickler “Questline”, Publisher ist “Awaken Realms”.

Ich habe mir Tainted Grail im Steam Store gekauft, wo es am 23. Mai 2025 voll erschienen ist. Ich meine es war davor ca. 2 Jahre im Early Access, aber nagel mich nicht darauf fest 🙂

Heute, am 30. Juni 25 steht es mit 20% Rabatt in Deutschland für 35,19€ auf Steam.

Vielleicht noch eins vorweg: 28 Stunden sind zwar nicht Nix, aber ich stehe schon noch gefühlt eher am Anfang des Spiels. Ich habe keine Ahnung, was noch kommt. Damit du es irgendwo einordnen kannst: Ich bin gerade bei Folge 37 meines Let’s Plays auf YouTube.

ATMOSPHÄRE & IMMERSION

Immersion ist für mich einer der wichtigsten Aspekte beim Gaming.

Ich folge dabei aber nicht irgendwelchen wissenschaftlichen Definitionen oder Richtlinien, sondern einfach meinem Gefühl. FÜHLE ich mich also mittendrin im Spiel, im Geschehen, in der Atmosphäre? Und fühle ich mich als Teil dieser Welt, dann würde ich sagen, die Immersion ist da. Ein ganz besonders positives Spiel in dieser Hinsicht war für mich Kingdom Come: Deliverance 2, aber das nur am Rande.

Die Atmosphäre von Tainted Grail: The Fall of Avalon würde ich als düster und durchaus etwas gruselig bezeichnen. Man startet, wie man es aus anderen Genregrößen husthust ELDER SCROLLS kennt, im Kerker und weiß nicht so recht, wie man da hinkommt und worum es eigentlich geht. Bei der ersten Erkundung der Umgebung konnte ich meiner Neugier freien Lauf lassen und fand die Stimmung rund um eine Seuche und Experimente zur Heilung dieser, sehr bedrückend und glaubhaft. 

Grafik und Musik spielen da gut zusammen und holen mich ab. Weil da aber auch nicht alles supidupi ist, gleich noch mehr dazu. Die Schriftstücke, die man im Laufe des Spiels findet und lesen, bzw. aufheben kann, unterstützen die teilweise schon fast ekelhafte Realität, in die man hier hineingeboren wird, sehr gut und glaubhaft.

Trotz allem kam ein volles Immersionsgefühl dann doch nicht auf. Anfangs dachte ich ja schon, aber nach und nach fehlen mir vor allem technische Aspekte, die die Immersion fördern würden. Ich rede hier vor allem von ein paar grafischen Elementen und dem Sound. Was mir nämlich fehlt (ehrlich gesagt weiß ich nichtmal ob man es im Menu vielleicht anmachen kann) ist so ein bisschen das Kopfwackeln beim Laufen. Auch das Audio-Feedback fehlt mir nicht nur bei den Gegnern, die manchmal gefühlt einfach hinter mir auftauchen und einen auf Sam Fisher machen. 

Man hört immerhin seine eigenen Schritte, aber irgendwie sind die einfach zu leise. Ich muss mich schon darauf konzentrieren, um mich selbst zu hören. Auch das Fehlen eines Unterkörpers killt die Immersion für mich etwas. Ist jetzt kein Weltuntergang, aber es würde mir schon dabei helfen, mich in dieser Welt wahrzunehmen. Oft fühle ich mich, als würde ich einfach durch die Gegend schweben oder auf einem Hoverboard reiten.

GRAFIK & SOUND

Lass uns an der Stelle auch gleich Grafik und Sound ansprechen. Das Spiel hat eigentlich einen ziemlich coolen Soundtrack. Bzw. müsste ich eher sagen zwei. Denn man kann z.b. für Twitch oder Youtube im Menu einen “lizenzfrei”-Modus aktivieren. Das kam mir sehr entgegen und hat mich gefreut. Oft mache ich die Musik aus Sorge um Copyright-Ärger prophylaktisch aus und beschneide mich dabei um ein großes Stück Atmo.

Die Titelmenü-Musik kommt in beiden Fällen gut rüber und gibt so einen… keine Ahnung wie ich es politisch korrekt nennen sollte… Es hat für mich so einen arabischen Vikinger-Touch, ziemlich cool. Es gibt Kampfmusik und etwas für die Atmo.

Was mir am Sound nicht gefällt: Grundsätzlich fühlt sich alles etwas zu leise an. “Mach halt lauter du Depp” sagste? Es ist nicht nur die Lautstärke direkt. Das Audiofeedback ist einfach nicht wirklich voll da. Für mich wirkt die Welt, als würde ich sie durch Watte wahrnehmen. Als hätte ich einen Astronautenhelm auf und die ganze Kulisse muss erstmal durch eine dicke Scheibe Glas. Vielleicht bin ich durch KCD2 einfach zu verwöhnt, aber ich fühle mich etwas zu weit weg vom Geschehen, auch in Dialogen.

Die Grafik hingegen ist auf den ersten Blick wirklich schön. Besonders gefallen mir die Zaubereffekte und die riesigen monumentalen Bauwerke. Alles ist fast schon lächerlich groß. Möglicherweise stört das auch ein wenig die Immersion, aber es gibt einem ein Gefühl davon, wie klein und unbedeutend man sich inmitten dieser Riesendinge fühlen kann/soll/darf. 

So schön die Grafik in der Entfernung bei großen Gebäuden, Gebirgen, Lichteffekten usw. wirkt, so altbacken kommt sie manchmal in der Nähe rüber. Es ist nicht wirklich schlimm, aber Steine, Geröll, Treppen, Kisten und auch die Gegner sowie die Dialogpartner. Das alles erinnert mich dann schon stark an Skyrim oder das alte Oblivion. Wie gesagt, es ist nicht wirklich scheiße und auch kein mega Abtörner, schließlich ist das glaube ich auch ein kleineres Studio und bla bla bla. Aber so ein grafischer Wow-Effekt kommt nicht überall rüber.

Trotzdem: Das Düstere und irgendwie sind überall Zacken und Knochen… Der Style ist schon geil und bei manchen, wichtigen NPC haben sie auch einen schönen dunklen Schliff angesetzt. Manchmal begegnet man so Zwischenbossen, die haben dann ihre eigene kleine Kampf-Beginn-Videosequenz. Das Video selbst ist recht verpixelt, bzw. wirkt wie 720p, aber die Sequenz kommt cool rüber und hat ihren ganz eigenen Charme. Ich weiß nicht warum, aber das erinnert mich irgendwie an die Beat-Em-Ups aus den 90ern & Co. So Mortal Kombat mäßig haben die Bosse ihren eigenen Walk-On. Irgendwie Badass stylisch.

Zusammengefasst würde ich das Spiel nicht wegen seiner Grafik spielen, aber ich würde es auch nicht wegen seiner Grafik deinstallieren. Sie erfüllt ihren Zweck, würde ich sagen.

STORY

Bei der Story will ich nicht zu viel verraten, um nicht zu sehr zu spoilern. Wer das Spiel aber selbst erleben möchte, überspringt diesen Part lieber, denn ich schreibe wie gesagt aus dem Bauch heraus und garantiere für nichts 🙂 

Du fängst also im Kerker an und hast keine Ahnung von Nix, bist also quasi John Snow. Nach deiner Befreiung durch irgendeinen Schurkentypen erkundest du den Kerker, erledigst Zombies, sprichst mit Insassen, streckst fanatisch religiöse Wissenschafts-Priester nieder und lernst ein Bisschen was über die gesellschaftliche und politische Lage. 

Vor allem dann in den kommenden, ersten Stunden nimmt die Story einen kleinen, erwartbaren Twist oder besser gesagt wird sie erweitert und du wirst in eine magische Welt von Königen und Zauberern geworfen.

Bevor ich hier aber zu sehr die Story direkt erzähle, will ich das ganze eher auf einer Metaebene bewerten. 

Die Story wirkt ehrlich gesagt teilweise verwirrend und im Laufe meiner ersten fast 30 Stunden habe ich nicht wirklich das Gefühl zu verstehen, was eigentlich los ist. Die Nebenquests wirken für mich teilweise zu komplex oder sagen wir eher unzusammenhängend und haben gefühlt so gar nichts mit mir zu tun. Auch die Mainquest läuft irgendwie so nebenbei und so ganz kam ich bisher nicht dahinter, wie das nun alles konsequent zusammenhängen mag.

Kurzum: Ich fühle mich noch ein bisschen lost. Man kommt schon durch und auch irgendwie mit, aber die Verwirrung ist schon eher mein ständiger Begleiter.

GAMEPLAY, TECHNIK & UI/UX

Tja, Gameplay… Ich will hier auch die technischen Aspekte und User Interface sowie User Experience subsummieren. Mir persönlich fällt da die Trennung etwas schwer, vor allem, weil ich hier auch nicht mit einer offiziellen Definition und Spezialbegriffen um mich werfen will 🙂

Ich kann mich nicht mehr so gut an damals erinnern, aber ich fühle mich schon stark wie in Elder Scrolls. Nichtmal wirklich Skyrim, eher das alte Oblivion, aber das ist soo lange her… Ich will da Tainted Grail auch nicht unrecht tun.

Ich sehe auch Parallelen zu Elder Scrolls Online. Da war auch alles so groß und irgendwie nicht mega immersiv. Nicht zuletzt aber auch durch die Möglichkeit, in die 3rd Person zu wechseln. Also ein wichtiger Punkt für alle, denen eher übel wird in der Ego-Perspektive. Trotzdem muss erwähnt werden, dass selbst die Entwickler irgendwo geschrieben haben, dass die von-hinten-Position nachträglich eingeführt wurde und nicht wirklich poliert ist. Eher so ein Behelfs-Ding. Ich habe nur einmal in die 3. Person gewechselt, spiele aber eh lieber in der 1st Person, weiß also schon gar nicht mehr, mit welcher Taste das ging. Aber ich meine, es funktionierte nahtlos. Von daher, schön, dass sowas für einen Teil der Zielgruppe implementiert wird.

Die Performance auf meinem i9 12900K, RTX 3090, 64 GB DDR5 auf 1440p ist ok. Ich habe mir ein paar Dinge runtergeschraubt, z.B. die Sichtweite und Schatten usw, weil ich einfach gerne eher in Richtung 120 fps komme. Ich lasse nicht dauerhaft einen Frametracker mitlaufen, aber es fühlt sich so irgendwo zwischen 70 und 110 fps an. 

Manchmal droppt es aber auch hart unter die 60, aber nicht so, dass man die Lust verliert. Hin und wieder kann mit einem Neustart des Spiels Abhilfe geschaffen werden. Also kurzum: Es ist definitiv gut spielbar mit meinem Setup, auch wenn es in den Städten schon eher stark runtergeht.

Das Gesamtspielerlebnis würde ich dennoch als flüssig bezeichnen.

Ein paar Worte zum direkten Gameplay:
Du kannst grundsätzlich zwischen den üblichen Hauptklassen wählen und wirfst dann entsprechend Zauber, kannst dich heilen, schießt mit Pfeil und Bogen, bist als dolchender Schurke unterwegs oder wirst zum schwer gepanzerten Tank mit Schild oder aber zum Zweihand-Schwinger. Auch einen Schleichmodus mit Augensymbol gibt es. 

Das coole ist, zumindest scheint es mir bisher so, dass du auch alles wild und frei kombinieren kannst. Es gibt ein Rüstungsgewicht, von dem dann deine Bewegungsgeschwindigkeit abhängt, aber auch die Menge an Ausweichschritten. Mana, HP, Ausdauer, Blocken usw. alles, wie man es erwarten würde. Du kannst auch 4 verschiedene Waffensets gleichzeitig tragen und hin- und herwechseln, wie es dir beliebt.

Obendrein gibt es Alchemie, Kochen, Bufffood und Tränke, Angeln, Bergbau und so weiter und so fort. Auch Crafting kommt nicht zu kurz, wenn du dir deine eigene Ausrüstung upgraden kannst und mit speziellen Boni versiehst.

Dann haben wir noch die verschiedenen Stats mit Zaubermacht, Critchance und allem, was das RPG-Herz begehrt. Die typischen Skilltrees für die verschiedenen Klassen sind natürlich auch mit an Board. Gestalte deinen Charakter also wie du willst und falls was nicht mehr gefällt, gibt es meine ich auch Respec-Tränke.

Die Kämpfe mit den… Trash-Mobs wirken allerdings oft recht hohl. Nicht nur ihr Verhalten und Pathing, sondern auch das generelle Vor- und Zurück in den Kämpfen ist eher wenig beeindruckend. Dafür sind die Boss-Fights schon recht cool und düster cinematisch, teilweise mit speziellen Effekten versehen und bieten hier und da eine schöne Herausforderung.

Ich bin z.B. als Beschwörer unterwegs und muss oft einfach nur meine Minions neu beschwören, der Rest erledigt sich fast von selbst. Aber auch hier gestaltest du dein Spiel selbst. Wähle bei Bedarf einen höheren Schwierigkeitsgrad oder probier mal Nahkampf aus.

Achja ganz wichtig: Du kannst looten bis die Tasche platzt. Während natürlich viel vom Loot oft das gleiche ist, gibt es einige interessante Sonderitems, die man sich gerne in die Truhe packt.

Was mir doch eher weniger gefällt, sind die Dialoge mit den NPC, auch mit den Story-Charaktern. Manchmal macht es Spaß zuzuhören und was über die Geschichte zu erfahren, aber oft bin ich zu ungeduldig für ihre oft konstruiert wirkenden Backstories für die Nebenquests. Irgendwie hat die generelle Interaktion mit NPCs kein Gewicht, keine…Gravitas, wenn du weißt, was ich meine. Irgendwie ist doch alles eher roboterhaft.

Vieles davon fällt mir erst auf, wenn ich hier so sitze und darüber nachdenke, wie ich es schreibe, bzw. sagen will. Während des Spiels geht es im Entdeckungseifer oft auch einfach als negativer Side-Effect unter.

PERSÖNLICHER ABSCHLUSS

Was ich besonders hervorheben will: Die Devs reichen einige Patches nach und beheben Bugs, Performance Probleme, Quests, Gameplay, Quality of Life und so weiter. Ich bin die Patchnotes nie wirklich im Detail durchgegangen. 

Macht für mich im Single Player eigentlich auch nur Sinn, wenn ich gerade vor einem blockierenden Bug stehe oder so. Ob man nun Fische im Dutzend kaufen kann oder hier und da ein Dialog optimiert wird…ja gerne, wieso nicht, gehört dazu. Aber viele Kleinigkeiten sind für mich kein Grund, es nicht zu spielen. Außer natürlich, wenn es an jeder Ecke und jeder Quest knarzt und quietscht. Aber das könnte ich jetzt nicht behaupten.

Also! Tainted Grail: The Fall of Avalon ist ein gutes Spiel, ehrlich! Es hat sicher einige unschöne Ecken, aber mein positiver Eindruck überwiegt. Die Welt zu entdecken macht Laune! Hier noch ein Dungeon, da ein Rezept und “Hey, was leuchtet denn da hinten so schön grün? OH SCHEIßE eine wildgewordene Pflanze!! Ich muss weg!”

Alles in Allem hat sich der Kauf für mich gelohnt. Man kann viel Zeit im Spiel verbringen und… Achja, Angeln gibt’s auch, falls ich das noch nicht erwähnt hatte 🙂 

Also eigentlich massig Content fürs Geld. Bis zu meinem jetzigen Spielstand würde ich sagen ist mir das Spiel ein Quäntchen zu teuer gewesen. Aktuell im Angebot klingt das schon nach einem fairen Preis. 5 Euro weniger würden dem Spiel aus Käufersicht gut tun. Aber wenn sie weiterhin so fleißig patchen, evtl. ja auch weiteren Content reinbringen usw… Dann kommt das schon recht gut hin.

Was das Spiel für mich vor allem über die Ziellinie trägt, ist das Entdecken der Welt. Nichtmal unbedingt die Story. Einfach das “ich schau mal da hinten, was da ist” und dann findest du eine Höhle mit einer mächtigen Waffe in der finalen Kiste. DAS macht Spaß und es kommt das Gefühl auf, dass meine Neugier belohnt wird. Das bedeutet mir viel 🙂

DANKE

So, das soll es gewesen sein mit meinem zweiten Review ever.

Ich danke dir für deine Zeit und Aufmerksamkeit, freue mich auf dein Feedback in den Kommentaren auf YouTube und im besten Fall lässt du mir sogar ein Abo da 🙂

Stimme sehr gerne mit einem Daumen unter dem Video ab und lass mich wissen, ob ich mehr solcher Reviews machen kann oder mir lieber richtige Hobbys suchen soll 🙂

Hier findest du dieses Review als Video auf Youtube

Falls du dich für das gesamte Let’s Play direkt interessierst

Dankeschön und bis zum nächsten Mal!

Tschau!